Warum autonom?

Was bedeutet eigentlich „autonom“ ?

Fällt das Wort Autonom in Verbindung mit Links bzw. politisch linker Haltungen baut sich in vielen Köpfen ein diffuses Bild von schwarz gekleideten und vermumten Menschen auf, die Steine auf die Polizei werfen und Autos anzünden. Doch das hat eigentlich nichts mit Autonomie zu tun. Autonom zu sein bedeutet nichts anderes als Selbstständigkeit, Unabhängigkeit oder Entscheidungsfreiheit von Gruppen oder Individuen. Der Begriff taucht auch in anderen Zusammenhängen auf. Zum Beispiel bei den Gewerkschaften. Durch die Tarifautonomie haben Gewerkschaften das Recht ohne Einmischung vom Staat, die Arbeiteitsbedingungen direkt mit den Arbeitgeber*innen auszuhandeln.

Ein weiteres Beispiel wäre autonomes Fahren. Niemand würde wohl ernsthaft autonomen Fahrsystemen unterstellen, andere Autos gezielt anzugreifen oder anzuzünden.

Es geht also um selbstbestimmtes Handeln und nicht um Krawalle.

Warum bezeichnet sich die ALL als „autonom“ ?

Wir sind links und wir sind autonom – und beides ist uns wichtig. Politisch Links und autonom zu sein, bedeutet in diesem Zusammenhang nichts weiter, als dass wir ein eigenständiges und selbstbestimmtes Wahllistenkollektiv sind. Wir sind unabhängig von Parteien wie der Linken oder linken Studierendenbündnissen wie dem SDS, auch wenn wir viele Haltungen und Ideale teilen.

Durch unsere Zusammensetzung als unabhängiges Kollektiv,vereinen wir auf basisdemokratischer Grundlage eine Vielzahl an unterschiedlichen Meinungen und Haltungen. In einem Kollektiv haben Alle das gleiche Recht auf Teilhabe und Mitbestimmung – das ist uns besonders wichtig.

Wenn auch DIR das besonders wichtig ist, dann melde dich doch bei uns – und werde Teil des Kollektivs.

Wir wollen seinen Namen nicht

Beuth war Antisemit! Soviel steht fest.

Dass viel diskutierte Gutachten von Prof. Dr. A. Bühl belegt diesen Umstand eindeutig. Die ALL sieht es als keinen tragbaren Zustand an, dass eine Bildungseinrichtung, im vollem Bewusstsein dieser Erkenntnisse, weiterhin nach einem Antisemiten benannt bleibt. Wer sich den Tod von Kindern wünschte, nur, weil diese geboren wurden, der hat diese Ehrung eindeutig nicht verdient.

Wir begrüßen und unterstützen den Willen zur Aufarbeitung seitens der Hochschule aber für uns ist dieser Prozess untrennbar mit einer Umbenennung verbunden. Das sehen nicht alle an der Beuth Hochschule für Technik Berlin so. Da der Aufarbeitungsprozess seitens der Hochschule gänzlich ergebnis- und zieloffen ist, handeln wir jetzt wo andere noch diskutieren.

Als Kollektiv, dass sich gegen jede Form von Ausgrenzung, Rassismus und Repression stellt, nehmen wir unsere Verantwortung wahr und wollen Vorbild sein. Wir haben uns daher dazu entschlossen, den Namen Beuth aus unseren Schriftzügen und Logos zu entfernt. Wir beschränken uns bis auf weiteres auf das Kürzel BHT, wobei wir dieses als Berliner Hochschule für Technik lesen.

Wir fordern alle studentischen Gruppen und Initiativen auf sich uns anzuschließen. An den AStA der Beuth-Hochschule für Technik Berlin haben wir heute einen Antrag auf Umbenennung gestellt und wünschen uns, dass sich auch unserer StuPa solidarisch zeigt.

Für uns steht fest:

Antisemitismus wird nicht toleriert! Wir fordern mehr als nur Lippenbekenntnisse, sondern entschlossenes Handeln.